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Ein Tag im Leben eines Baumpflanzers

Gepostet am 08 November 2018

Ein Baumpflanzer? Das gibt‘s?

In der Tat, das gibt es, und wir bei NIKIN sind ausgesprochen froh darüber. Baumpflanzer sind Menschen, die – haupt- oder nebenberuflich – Bäume pflanzen. Wie kommt man dazu, als Baumpflanzer zu arbeiten? Wie sieht die Arbeit aus? Was haben diese erstaunlichen Menschen, die weltweit Wälder wieder auffüllen, für einen Alltag?

Wir sind der Sache nachgegangen und können ein bisschen darüber erzählen.

 

Wie wird man Baumpflanzer?

Nun ja, ein Ausbildungsberuf ist das eher nicht. Die meisten Pflanzer sind über Bekannte oder Lebenspartner irgendwann mit dem Job in Kontakt gekommen, denn die Unternehmen, die Bäume pflanzen, stellen fast keine „Anfänger“ mehr ein. Nach einigen Tagen und Wochen als Neuling, mit schmerzenden Knochen und Muskeln und in der grossen „Familie“ der Kollegen beginnt man dann irgendwann, die Arbeit zu lieben. Draussen sein. In der Natur. Etwas Sinnvolles tun. Allerdings, da sind sich viele Pflanzer einig, den finanziellen Aspekt muss man im Auge behalten. Für viele lohnt sich die erste „Saison“ noch nicht, Anfänger sind einfach nicht flink genug dabei, einen Baum in die Erde zu bringen. Aber ab der zweiten Saison rechnet es sich dann zunehmend. Denn, bei allem Idealismus, man muss davon leben können.

 

Wo arbeiten Baumpflanzer überhaupt?

Im Grunde gibt es weltweit Aktivitäten zum Wiederaufforsten von Wäldern, die allerdings mehr oder weniger ausgedehnt sind. Kanada tut sich hier sehr hervor, mit umfangreichen Aktivitäten beispielsweise in British Columbia oder der Provinz Ontario. Da die Einsatzgebiete global gestreut sind, können Baumpflanzer dauerbeschäftigt sein – sofern sie es denn wollen. Viele von ihnen arbeiten allerdings saisonweise für zwei bis vier Monate.

 

Der Alltag eines Baumpflanzers

Ein ganz normaler Arbeitstag für einen Baumpflanzer beginnt sehr früh – oft um fünf Uhr. Für die kanadischen Baumpflanzer heisst das sogar im Frühling und im Sommer noch bei eiskalten Temperaturen aufstehen. Nach einem opulenten zweistündigen Buffetfrühstück geht es zum Luxusbus ... halt, stopp, das war jetzt doch Humor! Der normale Baumpflanzer sieht zu, dass er ein Frühstück und einen Kaffee bekommt, denn schon um sechs Uhr heisst es sammeln. Vorher muss man zusehen, dass man alles einpackt, was man für den Tag benötigt, also Wasser, das Mittagessen, Sonnencreme, Regenschutz, Pflanzhandschuhe...hier muss man eine Routine bekommen. Denn Baumpflanzer arbeiten immer. Egal ob es regnet, hagelt, schneit oder die Sonne vom Himmel brennt. Neulinge lernen schnell, ihre Schnürsenkel mit Klebeband zu befestigen, um die Schuhe nicht immer wieder binden zu müssen, und sich die Finger in den Arbeitshandschuhen mit Tape zu umwickeln. Auch an die Elemente muss man sich gewöhnen, und an die Tierwelt. Dass man meistens von Insekten begleitet wird, ist vollkommen normal, in manchen Teilen der Welt wird die Fauna auch schon mal grösser – kanadische Baumpflanzer dürfen damit rechnen, dass ihnen neugierige Braunbären über die Schulter gucken.

Busse verteilen morgens die Einsatzkräfte auf ihre Posten. Meisten arbeiten Gruppen von 30 – 40 Baumpflanzern zusammen, die in Zweier-Teams abgesetzt werden. Zusammen mit den Bäumen. Vielen Bäumen. Während Anfänger schon stolz und froh sind, wenn sie 100 Bäume pro Tag in den Boden bringen, schaffen erfahrene Pflanzer deutlich mehr – 600 Bäume beispielsweise.

 

Ein Knochenjob für die Umwelt

Dass man am Abend müde ist, versteht sich. Dennoch fühlen viele Baumpflanzer – und das sind Leute, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten, nicht aus Idealismus – dass sie einen wichtigen Beitrag leisten. Dass ihre Arbeit dabei hilft, Umweltschäden zu minimieren.

Der wohl lohnendste Faktor bei der Arbeit ist aber, dass man lernt, enorme Herausforderungen zu bewältigen. Die Neulinge, die in den ersten Tagen mit Schmerzen am ganzen Körper kämpfen, fühlen am Ende der Saison, dass sie sich selbst etwas bewiesen haben. Denn es ist eine harte, schwierige Arbeit, die bei jedem Wetter ausgeführt wird. Ein Knochenjob. Die, die dabeibleiben, lieben ihn. Wenn sie zeitweise „nachhause“ fahren in die Stadt, vermissen sie die Bäume, die Geräusche des Windes in den Zweigen, die Unmittelbarkeit des Wetters und den Einklang mit der Natur. Das Gefühl, geerdet zu sein.

 

Baumpflanzer – ein wichtiger unbekannter Job

Warum sollten wir mehr Bäume pflanzen? Bäume sind wichtig. Sie versorgen uns mit sauberer, sauerstoffreicher Atemluft und geben uns und zahlreichen Tierarten einen naturbelassenen Lebensraum. Bäume wirken der Bodenerosion und dem Treibhauseffekt entgegen. Bäume hinterlassen wir unseren Kindern.

Erfahrene Baumpflanzer kommen im Lauf ihrer Tätigkeit auf mehr als eine halbe Million gepflanzte Bäume. Danken wir ihnen dafür!

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